Hucke AG - The world of fashion


    

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

mit diesem Zwischenbericht geben wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Hucke-Konzerns.

Bevor die Geschäftsentwicklung des 1. Halbjahres 2002/2003 (01.05.2002 bis 31.10.2002) erläutert wird, sind drei wesentliche Ereignisse des Berichtszeitraumes im Vorfeld zu erwähnen:

Verkauf der Basler-Gesellschaften durch die MHM Mode Holding AG
Das 1. Halbjahr 2002/2003 ist maßgeblich durch den Verkauf eines wesentlichen Geschäftsbereichs des Hucke-Konzerns geprägt worden. Die MHM Mode Holding AG, eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Hucke AG, hat mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01. Mai 2002 die von ihr gehaltenen Beteiligungen an den Basler-Gesellschaften an eine international tätige Finanzinvestorengruppe veräußert. Der Verkaufspreis in Höhe von 105 Mio. Euro wurde zum größten Teil zur vollständigen Rückführung der Bankverschuldung des Konzerns verwendet, was in Folge zu einer deutlich verbesserten Finanz- und Eigenkapitalstruktur führt. Bedingt durch die Veräußerung der Basler-Gruppe weist der Hucke-Konzern im Wirtschaftsjahr 2002/2003 ein hohes Vorsteuerergebnis aus.

Der von den Basler-Gesellschaften erwirtschaftete Umsatz betrug im letzten Rumpfgeschäftsjahr 2001/2002 69,1 Mio. Euro und wird seit dem 01. Mai 2002 nicht mehr den Umsatzerlösen des Hucke-Konzerns zugerechnet. Bedingt durch den Verkauf der Basler- Gruppe hält die MHM Mode Holding AG selbst nunmehr keine Anteile an Gesellschaften, die ein operatives Geschäft betreiben.

Erwerb eigener Aktien
Der Vorstand der Hucke AG hat am 23. Oktober 2002 beschlossen, von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Mai 2001 Gebrauch zu machen, die den Erwerb von bis zu 770.000 eigenen Aktien der Gesellschaft ermöglicht. Der Aktienerwerb erfolgte über die Wertpapierbörsen im Rahmen der Marktgegebenheiten. Maßgeblich für den Rückerwerb war die derzeitig niedrige Bewertung der Hucke-Aktie.

Insgesamt wurden im Zeitraum vom 23. Oktober 2002 bis zum 10. November 2002 767.000 eigene Aktien zurückgekauft, die einen rechnerischen Anteil von 1.963.520 Euro am Grundkapital der Gesellschaft ausmachen. Der Anteil eigener Aktien am Grundkapital beträgt nun 9,96 %. Es ist beabsichtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen.
Der Börsenkurs an der Frankfurter Wertpapierbörse entwickelte sich von einem Eröffnungskurs am 23. Oktober 2002 in Höhe von 2,60 Euro auf ein Schlusskursniveau in Höhe von 2,98 Euro am 08. November 2002.

Umstellung des Geschäftsjahres
Im gesamten Hucke-Konzern wurde das Geschäftsjahr geändert. Es beginnt nunmehr am 1. Mai eines Jahres und endet am 30. April des darauf folgenden Jahres. Der Zeitraum vom 1. November 2001 bis 30. April 2002 bildete ein Rumpfgeschäftsjahr. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass aufgrund des geänderten Berichtszeitraumes für den vorliegenden Zwischenbericht eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen nur bedingt möglich ist.

Vor diesem Hintergrund stellt sich das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2002/2003 wie folgt dar:

Konjunkturelles Umfeld
Nach einem enttäuschenden Start in das Jahr 2002 kam es in den Folgemonaten insgesamt zu einer weiteren erheblichen Abschwächung der Konjunktur im deutschen Bekleidungshandel. Deutliche Rückgänge wurden sowohl beim Gesamtumsatz, als auch bei den Auftragseingängen beobachtet. Auch für den Rest des Jahres ist im Bekleidungshandel keine Besserung in Sicht und die positive Trendwende lässt weiter auf sich warten.

Belastend wirkt sich zudem das negative gesamtwirtschaftliche Konsumklima im Inland aus. Auch hier lassen die nach unten korrigierten Prognosen des gesamtwirtschaftlichen Wachstums keinen Spielraum für eine wesentliche Verbesserung der Konjunktur.

Umsatzentwicklung
Der Hucke-Konzern erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2002/2003 ein Umsatzvolumen von 84,2 Mio. Euro gegenüber 185,5 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bedingt durch den Verkauf der Basler-Gesellschaften hat sich der Umsatz im Berichtszeitraum wesentlich reduziert. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren bei den Umsatzerlösen noch 79,0 Mio. Euro der Basler-Gruppe enthalten.

Aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung musste auch in der Hucke-Gruppe ein Umsatzrückgang hingenommen werden. Da innerhalb der MHM-Gruppe keine Umsatzerlöse mehr generiert werden, ist der Umsatz der Hucke-Gruppe mit dem Umsatz des Konzerns in Höhe von 84,2 Mio. Euro identisch. Im Vorjahr wurden in dem entsprechenden Vergleichszeitraum 106,6 Mio. Euro erwirtschaftet. Neben der äußerst angespannten Wirtschaftslage und einem schwierigen Branchenumfeld ist infolge der Neustrukturierung sowie einer renditeorientierten Unternehmenspolitik innerhalb der Hucke-Gruppe bewusst auf Umsätze verzichtet worden.

Im Zuge der Restrukturierung und Neupositionierung wurden alle Vertriebsorganisationen einer Prüfung unterzogen, um in Zukunft auf einer optimal aufgestellten Gesamtorganisation aufzubauen. Neben der Aufgabe der DOB-Kollektion RAVENS wird auch das Private-Label FRANK EDEN KIDS aus dem Bereich der KOB nicht mehr am Markt angeboten.

Insgesamt hatte der Bereich DOB einen Rückgang von 6,8 Mio. Euro zu verkraften. Obwohl die Kollektion HUCKE WOMAN Zuwächse von über 10% verbuchen konnte und auch das Private-Label FRANK EDEN DOB gegenüber dem Vorjahr zulegte, konnten diese die Rückgänge durch die Aufgabe von RAVENS nicht vollständig kompensieren.

In dem rückläufigen Markt der Kinderbekleidung musste die Sparte KOB das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatzrückgang in Höhe von 5,1 Mio. Euro abschließen. Rückgänge wurden in den Kollektionen WHOOPI und bei der Lizenz "HARRY POTTER" verzeichnet, die wir über das Jahr 2002 hinaus nicht verlängert haben. Die positiven Entwicklungen der Lizenz-Kollektionen STEIFF KIDS COLLECTION und VENICE BEACH KIDS konnten die Umsatzlücke nicht ausgleichen.

Die Umsatzeinbußen in Höhe von 9,7 Mio. Euro im Bereich der HAKA wurden insbesondere durch die weiter rückläufige Konsumenten-Nachfrage nach Sportswear-Jacken, dem Kernsegment der HAKA, bewirkt. Die strukturelle Abhängigkeit der Kollektion BUSH vom Jackenbereich wird zukünftig durch die strategische Ausrichtung als Gesamtanbieter im Bereich Sportswear vermieden.

Die Exportumsätze im Konzern betrugen im 1. Halbjahr 2002/2003 47,2 Mio. Euro. Die Exportquote stieg von 50,9% im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf 56,1% im 1. Halbjahr 2002/2003 aufgrund des im Wesentlichen im Inland zu verzeichnenden Umsatzrückgangs.

Auftragseingang
Der Auftragseingang für die Saison Frühjahr/Sommer 2003 war geprägt durch die starke Vororderzurückhaltung des Handels. Er lag im Hucke-Konzern und in der Hucke-Gruppe in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres bei 68,1 Mio. Euro und damit unter dem Vorjahresniveau von 77,1 Mio. Euro.

Vom Rückgang betroffen waren in erster Linie die Herren- und Kinderoberbekleidung, während die Damenoberbekleidung das Vorjahresniveau nahezu halten konnte. In diesem Zusammenhang hat sich auch ausgewirkt, dass die einzelnen Sparten, insbesondere in den unteren Preissegmenten, weiter den Kurs verfolgen, Aufträge nach strengen Renditegesichtspunkten zu bearbeiten und ggf. auf margenschwache Aufträge zu verzichten. Weiterhin sind für alle Bereiche Nachordergeschäfte vorgesehen, da der Handel seine Bestellungen teilweise auf spätere Zeitpunkte in der Saison verlegt hat.

Durch die im Jahr 2001 durchgeführte Neupositionierung der DOB-Kollektion HUCKE WOMAN konnten die Vorjahreswerte dieser Vertriebslinie trotz des schlechten konjunkturellen Umfelds weitestgehend erreicht werden. Leichte Rückgänge verzeichnete die DOBKollektion FRANK EDEN DOB und die Kollektion FRANK EDEN MEN im Bereich der HAKA, welche überwiegend als Private-Label angeboten werden. Neben einer generellen Kaufzurückhaltung erschwerte hier die Eigenbeschaffung und Vertikalisierung des Handels die Orderrunde der Kollektionen, insbesondere im unteren Preisbereich.

Im Bereich der KOB ist die Lizenz-Kollektion VENICE BEACH KIDS am Markt platziert worden und konnte in einem schwierigen Marktumfeld erste Erfolge verbuchen. Die Premiummarke STEIFF KIDS COLLECTION erzielte im Auftragseingang Frühjahr/Sommer 2003 wieder erfreuliche Zuwächse. Das Label WHOOPI hatte demgegenüber weiterhin mit dem Sterben des Facheinzelhandels zu kämpfen.

Mitarbeiter
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Hucke-Konzern weiter planmäßig verringert. Ursächlich für den geplanten Abbau sind die Restrukturierungsprojekte innerhalb der Hucke-Gruppe. Durch den Verkauf der Basler-Gesellschaften ist darüber hinaus eine außerplanmäßige Verringerung des Personalstandes in Höhe von 661 Mitarbeitern zu verzeichnen.

Zum 31.10.2002 waren im Hucke-Konzern im Inland 610 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.340 Mitarbeiter, davon 443 im Bereich der Basler-Gesellschaften). Die Mitarbeiterzahl im Ausland lag bei 74 Personen (Vorjahr: 305 Mitarbeiter, davon 229 aus dem Bereich der Basler-Gesellschaften). Die MHM-Gruppe beschäftigte per Ende Oktober 2002 keine Mitarbeiter.

Für die 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2002/2003 wird sich der Personalstand weiter verringern, um die im Restrukturierungsplan definierte Zielgröße in den einzelnen Sparten zu erreichen.

Investitionen
Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2002/2003 hat der Hucke-Konzern Investitionen in Höhe von 0,32 Mio. Euro getätigt (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro, davon 1,3 Mio. Euro im Bereich der MHM-Gruppe). Per 31.10.2002 wurden innerhalb der MHM-Gruppe keine Investitionen durchgeführt.

Neben geringen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen stand der Ausbau der Shop- und Flächenkonzepte im Vordergrund. Eine neue Standardsoftware für die Warenwirtschaft und Logistik, die zur Zeit implementiert wird, bewirkt in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2002/2003 ein Investitionsvolumen von rund 2 Mio. Euro.

Ergebnisentwicklung und Ausblick
Das Ergebnis im Hucke-Konzern im 1. Halbjahr 2002/2003 ist maßgeblich durch den Verkauf der Basler-Gesellschaften geprägt. Nachdem im vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von Minus 0,6 Mio. Euro incl. eines operativen Ergebnisses der Basler-Gruppe ausgewiesen wurde, beträgt das Ergebnis vor Steuern im 1. Halbjahr 2002/2003 42,5 Mio. Euro. Hierbei sind Minus 5,2 Mio. Euro (Vorjahr: Minus 9,8 Mio. Euro) der operativen Sparten im Ergebnis verrechnet. Im Zusammenhang mit der Veräußerung der Basler-Gesellschaften wurden bilanzielle Anpassungen der Geschäfts- und Firmenwerte berücksichtigt.

Das Vorsteuerergebnis der MHM-Gruppe beträgt unter Berücksichtigung der bilanziellen Auswirkungen des Verkaufs der Basler-Gesellschaften 76,5 Mio. Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum wurde ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 10,3 Mio. Euro erzielt, welches ausschließlich aus dem operativen Ergebnis der Basler-Gesellschaften resultierte.

Die Ergebnissituation der durch die Sparten DOB, KOB und HAKA repräsentierten operativen Einheiten ist zunehmend durch die eingeschlagene Neuausrichtung und Restrukturierung geprägt. Neue Strukturen und konsequente Kostenreduktionen konnten in einem nachhaltig negativen Branchenumfeld die Ergebnisentwicklung in den Sparten der Hucke-Gruppe umkehren. Trotz einer deutlichen Verbesserung zu den Vorjahreswerten konnten in den operativen Einheiten noch keine absolut positiven Ergebnisse erzielt werden.

Für den Hucke-Konzern sind die weiteren Schritte im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2002/2003 festgelegt. Auf Basis eines weitestgehend entschuldeten Gesamt-Konzerns mit einer überdurchschnittlich guten Finanz- und Eigenkapitalstruktur müssen die verbleibenden Bereiche des Stammgeschäftes kurzfristig in der operativen Gewinnzone etabliert werden.

Grundlegende Maßnahmen sind hierfür im Vorfeld eingeleitet worden:
Eine divisionale Struktur im Bereich der DOB wird den Anforderungen des Marktes zukünftig noch stärker gerecht werden. Vertriebslinien, die langfristig keinen positiven Beitrag zum Gesamtergebnis beitragen, sind und werden aus dem Portfolio eliminiert.

Die bisher vorgenommenen Strukturanpassungen und Kostenreduzierungen werden sich bei einem stabilisierenden und erfreulicheren Branchenumfeld deutlich positiv auswirken. Im Gegensatz zur Inlandsnachfrage rechnen wir dem Exportmarkt noch Wachstumschancen zu. Insbesondere in Osteuropa mit dem Absatzmarkt Russland und in China werden wir zukünftig neue Absatzmöglichkeiten erschließen.

Darüber hinaus wird durch die erheblich veränderte Finanzstruktur die Belastung durch Finanzierungskosten deutlich reduziert.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation werden wir auch die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres nutzen das Unternehmen in seinen Strukturen weiter umzubauen, um uns eine wettbewerbsfähige Ausgangsposition für die Phase der Markterholung, die wir frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2003 sehen, zu verschaffen.

Lübbecke, im Dezember 2002

HUCKE Aktiengesellschaft
Der Vorstand



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