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Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,
mit diesem Zwischenbericht geben wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Hucke-Konzerns einschließlich der MHM Mode Holding München AG. Das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 1999/2000 (01.11.1999 - 30.04.2000) stellt sich wie folgt dar:
Konjunkturelles Umfeld
Der deutsche Bekleidungshandel ist erneut schwach ins Jahr 2000 gestartet. Bis Ende März lagen die Umsatzzahlen wiederum unter Vorjahresniveau, April und Mai brachten dann zwar leichte Zuwächse, eine generell positive Trendwende dürfte damit allerdings noch nicht verbunden sein.
Umsatzentwicklung
Der Hucke-Konzern erreichte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 (01.11.1999 - 30.04.2000) ein Umsatzvolumen von 340,6 Mio. DM. Der Rückgang um 12,6% gegenüber dem Vorjahr (389,7 Mio. DM) ist zum einen auf die allgemein schwache Branchenkonjunktur, zum zweiten aber auch auf ein verändertes Einkaufsverhalten des Handels zurückzuführen. Zudem wirkten sich die zunehmenden Marktanteile der vertikalen Handelsketten hier aus.
Vor diesem Hintergrund mußten die Geschäftsbereiche der Hucke-Gruppe im ersten Halbjahr 1999/2000 einen Umsatzrückgang auf 205,1 Mio. DM (Vorjahr: 250,9 Mio. DM) hinnehmen. Während der Bereich Kinderbekleidung dabei das Umsatzniveau annähernd halten konnte, mußten die Bereiche Herren- und insbesondere die Damenoberbekleidung deutliche Einbußen hinnehmen. Dabei ist aus Rentabilitätsüberlegungen bewusst auf Umsatz mit geringen Deckungsgraden verzichtet worden.
Die Beteiligungsgesellschaften der MHM Mode Holding München AG verzeichneten einen stabilen Verlauf. Der leichte Umsatzrückgang in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 auf 135,5 Mio. DM (Vorjahr: 138,8 Mio. DM) ist auf die Einstellung des Geschäftsbetriebes von Sporting Dress (Gütersloh) sowie auf leichte Umsatzverluste bei ARA zurückzuführen. Weitere Zuwächse verzeichnete dagegen die Marke Basler, die ihre Marktposition weiter ausbauen konnte. Die Markenrechte Otto Kern sind zum 1. Mai 2000 an die Firma Brennabor, ein Unternehmen der Ahlers AG, Herford, verkauft worden. Die im Hucke-Konzern gehaltenen Otto Kern Lizenzen werden zukünftig nicht weitergeführt.
Die Exportumsätze im Konzern erreichten im 1. Halbjahr 160,9 Mio. DM (Vorjahr: 169,9 Mio. DM). Dies entspricht einer Exportquote von 47,2 %.
Auftragseingang
Der Auftragseingang für die Saison Herbst/Winter 2000 lag im Hucke-Konzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres bei 356,3 Mio. DM und damit unter Vorjahresniveau (385,5 Mio. DM).
Die Hucke-Gruppe konnte dabei für die Saison Herbst/Winter 2000 Auftragseingänge in Höhe von 217,8 Mio. DM (Vorjahr: 259,4 Mio. DM) verzeichnen, bei teilweise deutlich verbesserten Deckungsbeiträgen. Vom Rückgang betroffen waren vorwiegend die Damen- und die Herrenbekleidung, wobei insbesondere im unteren Preisbereich weniger Aufträge hereingenommen wurden. Für alle Bereiche (Damen-, Herren- und Kinderbekleidung) sind weitere Nachgeschäfte für die Saison Herbst/Winter geplant.
Die MHM-Gruppe verzeichnet einen Auftragseingang von 138,5 Mio. DM und damit einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (126,1 Mio. DM). Dabei knüpfte die Firma Basler wiederum an ihre erfreuliche Entwicklung an und legte beim Auftragseingang um 13,5% erneut zweistellig zu.
Mitarbeiter
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Hucke-Konzern planmäßig verringert. Zum 30.04.2000 waren im Inland 1.616 Mitarbeiter beschäftigt. Davon entfallen auf die MHM-Gruppe 541 Beschäftigte. Die Mitarbeiterzahl im Ausland lag bei 327 (davon 236 in der MHM).
Im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres wird sich die Mitarbeiterzahl im Konzern weiter verringern und damit die Kostenstruktur im personellen Bereich dem verringerten Umsatzvolumen angepasst.
Investitionen
Im Geschäftsjahr 1999/2000 wird der Hucke-Konzern sein geplantes Investitionsvolumen von 8,5 Mio. DM (Vorjahr 21,5 Mio. DM) wieder auf das aus den Vorjahren gewohnte Niveau zurückfahren. Schwerpunkte sind der Ausbau von Shop-Konzepten im Handel, EDV-Systeme, Geschäftsausstattung und das neue Logistikzentrum der Firma Basler. Im ersten Halbjahr 1999/2000 waren Investitionen in Höhe von 4,6 Mio. DM realisiert, 3,4 Mio. DM davon bei der MHM und 1,2 Mio. DM bei der Hucke-Gruppe.
Ergebnisentwicklung und Ausblick
Der Hucke-Konzern weist im 1. Halbjahr ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 5,8 Mio. DM aus (Vorjahr: minus 4,2 Mio. DM), dabei waren in der Konzernkonsolidierung zusätzliche Geschäftswertabschreibungen in Höhe von 1,1 Mio. DM zu verrechnen. Das geringere Umsatzvolumen im Konzern schlug aufgrund der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen nicht voll auf das Ergebnis durch. Die beschlossenen Maßnahmen, höhere Deckungsbeiträge und schlankere Kostenstrukturen zeigten erste positive Auswirkungen.
Für die Geschäftsbereiche der Hucke-Gruppe liegt das Ergebnis zum 30.4.2000 bei minus 10,4 Mio. DM, gegenüber minus 8,6 Mio. DM im Vorjahr. Dieser Ergebnisrückgang ist vor allem auf einmalige Sonderbelastungen im Rahmen der strategischen Neuausrichtung sowie auf höhere Finanzierungskosten zurückzuführen.
Der Umsatzrückgang wirkte sich ergebnismäßig vor allem im Bereich der Damenoberbekleidung aus, wo erst später, zeitversetzt zur Herren- und Kinderbekleidung, die strategische Neuausrichtung eingeleitet wurde. Dagegen konnte der Bereich Herrenbekleidung das Ergebnis verbessern. Die Sparte mußte im 1. Halbjahr allerdings nochmals einen Verlust ausweisen. Erfreulich entwickelt sich inzwischen das Geschäft mit Kinderbekleidung, in dem nach Verlusten im Vorjahreszeitraum wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet werden konnte.
Die MHM-Gruppe erzielte ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 5,7 Mio. DM (Vorjahr: 4,4 Mio. DM) und setzte damit ihre Aufwärtsentwicklung fort.
Die Umsatzentwicklung hat bereits im 1. Halbjahr kostenseitige Anpassungsmaßnahmen ausgelöst. Ziel der Restrukturierungsmaßnahmen war und ist es, die internen Strukturen an das neue Geschäftsvolumen anzupassen. Entschlossen vorangetrieben wird gleichzeitig die markenstrategische Neuausrichtung. Priorität haben dabei mittel- und langfristig die Geschäftsfelder Endverbrauchermarken (beispielsweise Basler in der Damenoberbekleidung und Steiff in der Kinderbekleidung) und Sortimentsmarken für den Handel. Diese Marktsegmente bieten bei einer konsequenten Marktbearbeitung attraktive Renditen.
Das Volumen/Preis-Geschäft, in dem die höchsten Umsatzverluste zu verzeichnen waren, soll zukünftig klar vom Markengeschäft abgegrenzt werden, um damit für angestammte Key-Account Vertriebskanäle zu gewohnter Attraktivität zurückzufinden.
Die klare Positionierung im Markengeschäft wird Hucke durch entsprechende Flächenkonzepte zur Sicherung von Absatzflächen im Handel unterstreichen.
Angesichts der bisher vorliegenden Auftragseingänge und unter Berücksichtigung des unternehmerischen Kernziels, der Rückkehr auf einen stabilen Ertragspfad, ist für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 im Hucke-Konzern mit einem nochmaligen Umsatzrückgang zu rechnen. Aufgrund der eingeleiteten und inzwischen erfolgreich angelaufenen Restrukturierungen in Verbindung mit massiven Kosteneinsparungen kann voraussichtlich wieder ein positives Konzernergebnis erreicht werden.
Lübbecke, im Juni 2000
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