Hucke AG - The world of fashion





    

Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,

mit diesem Zwischenbericht geben wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Hucke-Konzerns einschließlich der MHM Mode Holding München AG. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 1998/99 (01.11.1998 - 30.04.1999) stellt sich wie folgt dar:

Konjunkturelles Umfeld
Auch die ersten vier Monate des Jahres 1999 haben dem deutschen Bekleidungseinzelhandel noch keine positive Trendwende gebracht. Zwar sorgte der März mit deutlich steigenden Umsatzzahlen für ein kleines Zwischenhoch, doch im April kehrte dann wieder Ernüchterung ein. Höhere Energiesteuern, sinkende Ausgabenbereitschaft für Bekleidung und nicht zuletzt auch der Krieg im Kosovo belasten weiterhin das Konsumklima. Hinzu kommt ein grundsätzlich verändertes Einkaufsverhalten: Immer mehr Verbraucher decken ihren Bedarf mit Sonderangeboten oder im Rahmen von offiziellen und inoffiziellen Schlußverkäufen. Die generell deutlich gestiegene Preissensibilität hat somit den Margendruck auf die Hersteller weiter erhöht.

Umsatzentwicklung
Der Hucke-Konzern erreichte bis zum 30.04.1999 ein Umsatzvolumen von 389,7 Mio. DM. Der Rückgang um 7,6 % gegenüber dem Vorjahr (421,7 Mio. DM) ist zum einen auf die allgemein schwache Branchenkonjunktur zurückzuführen. Von dieser Entwicklung ist die von Hucke besetzte Marktmitte besonders betroffen. Zum anderen spiegelt sich im Umsatzrückgang auch die strategische Neuausrichtung von Hucke wider, Mengenwachstum nicht um jeden Preis anzustreben. Vor diesem Hintergrund sank der Umsatz in den Geschäftsbereichen der Hucke-Gruppe im ersten Halbjahr 1998/99 auf 250,9 Mio. DM, gegenüber 289,2 Mio. DM im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Beteiligungsgesellschaften der MHM Mode Holding München AG konnten ihre Aufwärtsentwicklung fortsetzen und einen Umsatz von 138,8 Mio. DM (Vorjahr 132,5 Mio. DM) erzielen.

Die Exportumsätze erreichten im Konzern im ersten Halbjahr 169,9 Mio. DM (Vorjahr 179,2 Mio. DM). Dies entspricht einer Exportquote von 43,6 %. Angesichts der bisher vorliegenden Auftragseingänge und unter Berücksichtigung der künftigen unternehmerischen Kernausrichtung "Rendite vor Umsatz" ist für das gesamte Geschäftsjahr 1998/99 mit einem Umsatz im Hucke-Konzern wesentlich unter Vorjahr zu rechnen.

Auftragseingang
Der Auftragseingang für die Saison Herbst/Winter 1999 lag im Hucke-Konzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres bei 385,5 Mio. DM und damit unter dem Vorjahreswert von 454,8 Mio. DM. Besonders drastisch wirkten sich die Auftragsrückgänge in Höhe von ca. 10 Mio. DM im Rußlandgeschäft aus. In der Hucke-Gruppe betrug der Auftragseingang für die Saison Herbst/Winter 1999 259,4 Mio. DM (Vorjahr 329,1 Mio. DM), jedoch mit verbesserten Deckungsgraden. Vom Rückgang betroffen waren dabei sowohl Damen-, wie auch Herren- und Kindermode. Für alle Bereiche sind weitere Nachgeschäfte für die Saison Herbst/Winter im zweiten Halbjahr geplant.

Die MHM-Gruppe verzeichnet einen Auftragseingang von 126,1 Mio. DM und damit einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (125,7 Mio. DM). Dabei konnte die Firma Basler wiederum an ihre erfreuliche Entwicklung anknüpfen und beim Auftragseingang weiter zulegen.

Mitarbeiter
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Hucke-Konzern weiter verringert. Zum 30.04.1999 waren im Inland 1.828 Mitarbeiter beschäftigt. Davon entfallen auf die MHM-Gruppe 614 Beschäftigte. Die Mitarbeiterzahl im Ausland lag bei 337 (davon 250 in der MHM). Im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres wird sich die Mitarbeiterzahl im Konzern weiter verringern. Hier wirken sich die Verlagerung von Sporting Dress zur Basler GmbH ebenso aus wie der im Zuge der Neuausrichtung bei der Firma ARA vorgesehene Abbau des Personalbestandes. Ein Sozialplan ist bereits vereinbart.

Investitionen
Im Geschäftsjahr 1998/99 wird der Hucke-Konzern sein Investitionsvolumen deutlich auf 25 Mio. DM (Vorjahr 12,1 Mio. DM) erhöhen. Davon fließen 13 Mio. DM in ein neues Logistikzentrum der Firma Basler. Im ersten Halbjahr 1998/99 wurden Investitionen in Höhe von 10,4 Mio. DM realisiert, 7,5 Mio. DM davon bei der MHM und 2,9 Mio. DM bei der Hucke-Gruppe. Investitionsschwerpunkte sind neben dem neuen Basler-Logistikzentrum die Bereiche EDV-Systeme sowie der Ausbau der Flächen- und Shop-Konzepte im Handel.

Ergebnisentwicklung und Ausblick
Der Umsatzrückgang im Konzern hat sich entsprechend auf die Ertragslage ausgewirkt. Der Hucke-Konzern weist im ersten Halbjahr ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätikeit von minus 4,2 Mio. DM aus (Vorjahr 6,2 Mio. DM).

Für die Geschäftsbereiche der Hucke-Gruppe liegt das Ergebnis zum 30.04.1999 bei minus 8,6 Mio. DM, gegenüber 5,1 Mio. DM im Vorjahr. Dieser deutliche Ergebnisrückgang ist primär auf den Umsatzeinbruch im HAKA-Bereich zurückzuführen. Dabei verzeichnete insbesondere die Bekleidung mit Membrane einen gravierenden Nachfrageeinbruch. Hinzu kam, daß Lagergeschäfte für die Saison Frühjahr/Sommer 1999 nur mit erhöhten Abschriften realisiert werden konnten. Durch anhaltenden Margendruck mußten auch die Bereiche KOB und DOB Einbußen hinnehmen.

In der MHM-Gruppe konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,2 Mio. DM im Vorjahr auf 4,4 Mio. DM verbessert werden.

Vor dem Hintergrund der unbefriedigenden Ergebnissituation sind inzwischen intensive Anstrengungen zur Kostensenkung eingeleitet und parallel dazu ein Optimierungsprogramm entwickelt worden, um künftig wieder zu angemessener Ertragskraft zu kommen. Weitere Maßnahmen sind eine stärkere Markenorientierung bei gleichzeitiger Straffung des Markenportfolios sowie die Dezentralisierung von Aufgaben in weitgehend selbständig geführten Einheiten.

So konzentriert sich die HAKA-Sparte künftig auf die Marken Bush, John Slim und Otto Kern (als Lizenzmarke) und Frank Eden als Serviceschiene. Unter der Marke Bergerie di Cania wird keine eigenständige Kollektion mehr angeboten.

In der KOB wird die Marke Whoopi u. a. auch durch Flächenkonzepte im Handel weiter zielgerichtet forciert. Zusätzliche Impulse wird die erstmals zur Saison Frühjahr/Sommer 2000 angebotene Lizenzkollektion "Steiff Knopf im Ohr" bringen, mit der Hucke ein attraktives Angebot im oberen Preissegment dem Handel zur Abrundung zur Verfügung stellt.

Im Bereich der DOB wird künftig das Markengeschäft von der Serviceschiene Frank Eden klar abgegrenzt.

Im Bereich der MHM-Firmen entwickelt sich Basler seit vielen Jahren überdurchschnittlich und hat daher eine Vorbildfunktion für die gesamte Gruppe. Vor diesem Hintergrund läßt die Verlagerung von Sporting Dress zu Basler einen positiven Marktauftritt für das Produkt Kleid im In- und Ausland erwarten.

Der Vorstand geht für das gesamte Geschäftsjahr des Konzerns davon aus, daß trotz geringerer Umsatzerwartungen im ertragsstärkeren zweiten Halbjahr der zum 30. April 1999 aufgelaufene Verlust weitestgehend abgebaut werden kann.

Verschmelzung
Am 14. Januar 1999 wurde zwischen der Hucke Aktiengesellschaft und der MHM Mode Holding München Aktiengesellschaft ein Verschmelzungsvertrag geschlossen, wodurch die MHM Mode Holding München Aktiengesellschaft auf die Hucke Aktiengesellschaft verschmolzen wird. Die Hauptversammlung der MHM Mode Holding München Aktiengesellschaft hat diesem Vertrag am 14. April 1999 zugestimmt.

Die zum Umtausch der Aktien der außenstehenden Aktionäre der MHM Mode Holding München Aktiengesellschaft in Hucke-Aktien erforderliche Kapitalerhöhung ist von der Hauptversammlung der Hucke Aktiengesellschaft am 22. April 1999 beschlossen worden. Gegen den Zustimmungsbeschluß der MHM Mode Holding München Aktiengesellschaft sind Anfechtungsklagen erhoben worden, die beim Landgericht München I anhängig sind.

Lübbecke, im Juni 1999

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